Seemannslieder des Shanty-Chors im Kirchenschiff der Basilika. PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: W. Bohrer   
Samstag, 29. August 2009 um 07:49 Uhr
Foto der Sänger des Shanty-Chores in der WallfahrtsbasilikaWalldürn (WB) Ein glückliches Händchen war dem Stadtmarketing mit dem Auftritt des Shantychors "De fideelen Nordstrander" aus Schleswig-Holstein beschieden, wovon bereits der sehr gute Besuch der fast vollbesetzten Basilika zeugte. Der in strammer Haltung auftretende Chor von der Waterkant erschien mit vier instrumentalen Vollblutmusikem (zwei Gitarristen und zwei Akkordeonisten), bot dem begeisterten Publikum aus Walldürn und Umgebung ein breitgefächertes Repertoire der Musikliteratur, angefangen von volkstümlicher bis hin zu geistlicher und ernster Musik. Mit stehenden Ovationen dankten die zufriedenen Gäste für den freudenreichen und genüsslichen musikalischen Abend. Stadtpfarrer, Pater Josef Bregula, begrüßte als Hausherr die zahlreichen Gäste als auch die Chormitglieder vom Schleswig Holsteinischen Wattenmeer, die weit über Nordfriesland hinaus durch Radio- und Fernsehauftritte bekannt sind, recht herzlich. "Musik allein ist die Wehsprache, die nicht übersetzt werden muss und die von Seele zu Seele spricht", so Hans Klein, Moderator des Konzertabends, der augenzwinkernd ergänzte, dass dies auch Gewähr dafür sei, dass die Odenwalder die Sänger vom nordfriesischen Wattenmeer mit ihren nuancenreichen Liedern auch vollinhaltlich verständen. In Kürze streifte Klein die Entstehungsgeschichte des Chores, der seine Existenz der Schneekatastrophe im Winterhalbjahr 1978/79 verdankte, als sich Nachbarn wegen der Wetterunbill zum Teepunsch trafen.



Nach dem feierlichen Einzug der Chormitglieder zu den Stufen vor dem Chorraum der Basilika, musikalisch vom Instrumentalquartett mit leiser Musik stimmungsvoll begleitet, hieß der Shantychor seine Gaste mit dem Grußlied, "Liebe, Lieder, gute Gedanken" herzlich willkommen. Schon hier war ersichtlich, was sich im weiteren Konzertverlauf trefflich fortsetze, dass Gesangschor und Instrumentalisten sich in gut abgestimmter Harmonie gegenseitig wirkungsvoll unterstfitzten und teils auch wechselweise die Führungsrolle übemahmen. Rolf Appelles trat als Multigeneralist auf: als Dirigent, als Solo-Akkordeonist, als Solotrompeter und auch als Solo-Gesangsinterpret. Seine instrumentalen Partner: Peter Kallweit (Akkkordeon), Reinhold Appelles (Gitarre) und Heinz Voigt (Bassgitarre).

Dem Abschied, der Seemänner oft lang anhaltende Heimatferne bedeutete, war der erste Liederblock gewidmet, beginnend mit einem Medley, das eine Reihe bekannter Seemannslieder streifte und den folgenden Stücken, die allesamt von großen Reisen und wehmütigem Abschiedsschmerz, von Meer, Ferne und Sehnsucht kündeten: "Away Rio", "Adjüs mien Deen", "Seemann: Liebling, ich muss es dir sagen" und "Reise, reise".

Der zweite Liedblock thematisierte die "Seefahrt", der sich die Meeresanlieger seit Jahrtausenden verdungen haben, um die Welt zu erkunden und sich den Broterwerb zu sichern. Und immer wieder lockte dabei auch die Kräfte der Neugier und der Abenteuerlust. "Kleine Helden" erzählte die Geschichte zweier Buben, für die die Seefahrt ein traumhaftes Abenteuer war. Es folgte: "Sailing", in einer Neufassung von Rolf Appelles, "Hulabalu balay" und "Biscaya" (Urfassung von James Last).

Stimmung und Hafen galten die Liedbeiträge im dritten Block des Shantychors. Um dem meist harten Leben auf hoher See zu entkommen, suchten und fanden die Seeleute Ausgleich und gute Stimmung im Hafen, was die folgenden vier Weisen aussagekräftig wiederspiegelten: "Abendfreeden" mit den Worten: (in Plattdeutsch) "De Welt is rein so Sachen, as leeg se deep in Drom"; "Schifferlied" ( v. Christoph August Tiedge ): "Es löscht das Meer die Sonne aus"; Das Stück "Tebje pajom" (v. Dimitri Bortnianski) ließ Geist und Schwermut der russischen Seele erklingen, während das "Aloah hea" Lebenskraft und -freude der Bewohner der Südsee-Inseln wach werden ließ.

Heimat, Heimweh und Sehnsucht, Begriffe, die Seeleuten lebenslang begleiteten, verinnerlichte der Chor eindrucksvoll mit weiteren Darbietungen, so mit "In der Kneipe am Moor", dem weltbekannten "Junge, komm bald wieder" (Freddy Quinn), "Im Abendrot" (v. Franz Schubert), "'s ist Feierabend" und der Zugabe "Abendgebet nach See", Moderator Hans Klein bedankte sich beim netten Publikum, beim Stadtmarketing Walldürn und beim Hotel „Frankenbrunnen" für die Gastfreundlichkeit. Ferner wies er daraufhin, dass am 1. Oktober 2009 um 20. l5 Uhr in der ARD bei der Sendung „die schönsten Lieder der Deutschen" der Shantychor „De fideelen Nordstrander wieder zu sehen und hören seien. 

Aktualisiert ( Samstag, 05. September 2009 um 15:14 Uhr )
 
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