Walldürn PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: RS   
Samstag, 29. August 2009 um 07:28 Uhr
Fränkische Nachrichten:

WALLDÜRN. Zahlreiche Konzertreisen sowie Auftritte in Rundfunk und Fernsehen haben den Shanty-Chor "De fideelen Nordstrander" weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus bekannt gemacht. Mit ihrem Repertoire von volkstümlichen Weisen über Arrangements bekannter Hits bis hin zu geistlicher Literatur treten die knapp 40 Sänger seit 30 Jahren zu gesellschaftlichen Ereignissen aller Art auf.

 

Nun "strandete" der Chor aus Nordfriesland im Odenwald und nahm sein Publikum in der gut gefüllten Walldürner Wallfahrtsbasilika mit auf eine musikalische Reise über die Weltmeere.

 

"Fröhlich zu singen, Freude zu bringen", lautete dabei das Motto des Abends und so standen vor allem fröhliche Shanties im Mittelpunkt. Den Auftakt machten die urlaubsbedingt etwas dezimierten Nordstrander mit einem Medley der schönsten Lieder der Küste.

 

Instrumental unterstützt von Peter Kallweit (Akkordeon), Reinhold Appels (E-Gitarre), Heinz Voigt (Bass) und Chorleiter Rolf Appels (Akkordeon, Trompete und Gesang) widmeten sich die singenden Botschafter der Insel Nordstrand dann dem zentralen Thema einer jeden Seefahrt: dem Abschied.

 

Mit "Away Rio", "Adjüs mien Deern", "Seemann, Liebling, ich muss es Dir" und Reise, Reise" erinnerten die Nordfriesen so an die traurigen Momente des Abschieds, aber auch an die Sehnsucht der Seeleute nach dem Meer und der Ferne. Endgültig ins Schwärmen kam das Walldürner Publikum anschließend im zweiten der vier Konzertteile. Mit "Kleine Helden" und "Hulabalu balay" nahmen "De fideelen Nordstrander" kräftig Fahrt auf und ließen mit ihrer Interpretation der weltbekannten Hits "Sailing" von Rod Stewart und "Biscaya" von James Last auch beim letzten Zuhörer eine gehörige Portion Fernweh aufkommen.

 

Die Augen schließen und träumen hieß es schließlich bei der musikalischen Einfahrt in den nächsten Hafen. Ist doch die kurze Zeit an Land nach dem harten Leben auf See auch für einen Matrosen der ideale Ort, seinen Gedanken nachzuhängen. Bei "Abendfreeden", dem "Schifferlied", "Tebje pajom" ("Oh Herr gib Frieden") und "Aloah hea" konnten die Zuhörer dabei den Seeleuten ganz entspannt ins Land der Träume folgen. Frei nach dem Motto von Berthold Auerbach "Das Beste, was man auf der Welt haben kann, ist daheim zu sein", ging die von Hans Klein moderierte musikalische Reise nach gut 90 Minuten langsam zu Ende, denn trotz Fernweh hat jeder Seemann immer auch den Wunsch, wieder nach Hause zu kommen.

 

Den Schlussteil dominierten daher mit "In der Kneipe am Moor", Freddy Quinns "Junge, komm bald wieder", "Im Abendrot" und "'s ist Feierabend" wieder etwas ruhigere Klänge, die das Publikum ein letztes Mal zum Träumen anregten. Und spätestens jetzt hielt es die Zuhörer nicht mehr auf ihren Sitzen. Mit stehendem Applaus wurden die Sänger von der "Waterkant" minutenlang gefeiert. Als Dank griffen die Nordstrander dann noch einmal in ihren großen Fundus an Melodien und verabschiedeten sich mit dem "Abendgebet nach See", einem speziellen Arrangement des legendären Titels "Amazing Grace", und dem im hohen Norden nicht minder bekannten "Dankeschön und auf Wiedersehn".

Aktualisiert ( Samstag, 05. September 2009 um 15:14 Uhr )
 
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